Die Vierlande

Die Vierlande sind ein ca. 77 Quadratkilometer großes Gebiet im Hamburger Bezirk Bergedorf.

Bereits im 12. Jahrhundert wurde mit der Bedeichung des Gebietes begonnen. Aus der sumpfigen Elbniederung wurde fruchtbarer Boden, der die Grundlage für den vielfältigen Gartenbaubetrieb in den Vier- und Marschlanden bildet. Der Name Vierlande wird seit 1556 verwendet. Er steht für die vier Kirchspiele Altengamme, Curslack, Kirchwerder und Neuengamme, die mit den heutigen Stadtteilen identisch sind.

Geschichte

Archäologische Funde, am Heidberg in Altengamme, aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit verdeutlichen dass schon lange vor Gründung Altengammes hier Menschen lebten. Insbesondere der Fund zweier Bronzeschwerter, die möglicherweise irischen Ursprungs sind, lassen vermuten, dass es in Altengamme eine Furt gab, über die die Elbe überquert werden konnte. Möglicherweise gab es bereits vor Jahrtausenden hier eine wichtige Handelsroute.

Urkundlich erwähnt werden Altengamme erstmals 1188, Kirchwerder und Neuengamme 1212 und Curslack 1217.

Die Vierländer, wie die Bewohner der Vierlande auch genannt werden, waren freie Bauern. Die Vierlande gehörten zum Gebiet der Herzöge von Sachsen-Lauenburg, die das Gebiet aus Geldmangel an die Hansestädte Hamburg und Lübeck verpfändeten. 1401 nahmen die Herzöge von Sachsen-Lauenburg das Gebiet, ohne Rückzahlung der Pfandsumme, gewaltsam wieder in Besitz, bevor Hamburg und Lübeck das Gebiet zusammen mit Bergedorf und Riepenburg zurückerobert wurde.

Am 23. August 1420 wurde ein Friedensvertrag zwischen dem Herzogtum Sachsen-Lauenburg und den Hansestädten Hamburg und Lübeck geschlossen. Dieser Vertrag von Perleberg (23. August 1420) regelte u.a. das die Vierlande und Bergedorf gemeinschaftlich von Hamburg und Lübeck, seit 1868 nur noch von Hamburg, verwaltet wurden. Einzige Ausnahme bildete hierbei der Teil Kirchwerders, der bis zum Inkrafttreten des Groß-Hamburg-Gesetzes am 1. April als „Preußisch-Kirchwärder“ zum preußischen Landkreis Harburg gehörte.

Blumen und Gemüse

In den Vierlanden wurden anfangs hauptsächlich Getreide angebaut. Gerste und Hopfen für die Hamburger Brauereien waren sehr weit verbreitet.

Der Anbau von Obst-, Gemüse und Blumen wurde im 18. Jahrhundert intensiviert. Die Vierländer Bauern verkauften ihre Waren auf den Hamburger Märkten. Transportmittel war hierfür der Ewer – ein besonderes Transportschiff. Visitenkarte der Vierländer waren für die damalige Zeit oft besonders luxuriöse Waren wie z.B. Erdbeeren (die Vierländer Praline), die seit 1693 in Vierlanden angebaut wurde.