Mathias Peters ist Gärtner und Landwirt aus Leidenschaft. Auf seinem Hitscherberger Hof baut er nicht nur die verschiedensten Gemüsesorten an, sondern besitzt auch noch eine kleine Mutterkuhherde mit knapp 100 Tieren. Die Freude ist jedes Mal groß wenn im Frühjahr die kleinen Kälbchen zur Welt kommen. In der Scheune und auf der Weide davor ist bereits ein richtiger Kindergarten.

Doch Mathias Peters macht sich auch seine Gedanken und Sorgen – die Landwirte können es heute nicht mehr allen Verbrauchern recht machen. Sie werden von allen Seiten angefeindet und reglementiert. Immer neue Auflagen und Anforderungen machen ihnen das Leben schwer. Grad erst hatten die Medien die Rinder der Welt wegen ihres Methanausstoßes bei der Verdauung wieder als Klimakiller in den Fokus gerückt.

 

Der Schein trügt – die kleinen, niedlichen Kälber sind echte „Klimakiller“.

Mathias Peters reicht es. Lange hat er überlegt und versucht nun die nächste ökologische Revolution – Biolandwirtschaft 2.0 sozusagen. Die Überlegung ist einfach: Welche Schritte sind notwendig, um die Produktion neben Bio-Saatgut, Bio-Düngung und Bio-Pflanzenschutz noch ökologisch verträglicher zu machen? Der Fokus fiel auf die maschinellen Arbeitsschritte die zur Vorbereitung der Felder, Saat und Ernte notwendig sind.

Eine Lösung hat er jetzt zur Marktreife gebracht und bereits das Patent darauf erhalten: Vorerst werden auf 2ha Fläche besonders aktive Maulwürfe gezüchtet. „Ich kann sie natürlich nicht genau zählen, aber ca. 1500 Maulwürfe werden in der Maulwurffarm bereits leben.“ sagt Mathias Peters und zeigt mir sein besonderes System. Unter einem speziellen Fließ, dass den Boden auch im Winter angenehm warm hält und dem Bodenfrost entgegen wirkt, zeichnen sich unzählige Maulwurfshügel ab. „Es gibt ein riesiges System von Gängen, in denen die Maulwurffamilien leben. Nach einer rund vierwöchigen Tragzeit bringen die Maulwürfe bis zu 7 Jungtiere zur Welt. Das Fließ schützt die Maulwürfe gleichzeitig vor ihren natürlichen Feinden.“ erklärt Mathias Peters einen weiteren Vorteil dieser Haltung.

Bilder oben: Auf 2ha Fläche züchtet Landwirt Mathias Peters Maulwürfe – im Winter unter einer speziellen Folie.

Zusammen mit einem ausgeklügelten Netz an Vierländer Fachbetrieben werden zur Zeit die ersten, erfahrenen Maulwürfe eingesammelt und an interessierte Landwirte vermietet. „Die Maulwürfe haben große Erfahrung im Buddeln und der natürlichen Bodenumwälzung. Statt den Acker mittels Pflug aufzulockern, reichen bereits 10 erfahrene Maulwürfe aus, um 2ha landwirtschaftliche Nutzfläche nachhaltig und biologisch aufzulockern und umzuwälzen. Sie gehen dabei besonders schonend vor.“ In der Tat: dies reduziert nicht nur den Einsatz von Traktoren auf ein Minimum, sondern wirkt auch gleich noch der Bodenerosion entgegen.

Einer der von dieser Idee sofort Feuer und Flamme war, ist Rüdiger Timmann von Gartenbaubedarf Hoffmann aus dem Kirchwerder Hausdeich. „Matten ist für seine guten Ideen bekannt. Wir haben hier kurz überlegt und uns dann entschieden den Vertrieb von den Hitscherberger Maulwürfen zu übernehmen. Sie passen sehr gut in unser Sortiment, in dem sich bereits viele Nützlinge für den Gartenbau wie Hummeln und Ameisen befinden.“ 10 Maulwürfe sind bereits für 79€ für eine Saison zu bekommen. Ebenfalls im Sortiment hat Hoffmann bereits Bio-Leckerlies für Maulwürfe, die für eine ausgewogene, vegane Ernährung sorgen, die Leistungsfähigkeit fördern und gleichzeitig für die nötige Standorttreue der Tiere sorgen.

Rüdiger Timmann von Gartenbaubedarf Hoffmann vor dem Regal mit Vierländer Ameisen und den speziellen, veganen Maulwurf-Leckerlies.

Einziger Nachteil, die Maulwürfe haben recht viel Durst. Doch auch daran wurde gedacht. Thomas Timmann von Geereking Gartenbautechnik, die für die verschiedensten Beregnungsanlagen für Privat und Profi bekannt sind, zeigt eine bei Geereking erfundene Maulwurftränke. „Die Tränke funktioniert ähnlich wie man sie z.B. aus der Rinderzucht kennt.“ sagt Thomas Timmann. Der Einbau eines Maulwurf Trinkwassersystems (MTS) ist nicht schwer und hat den Vorteil, dass die Nutzpflanze über den kompletten, natürlichen Wassergehalt des Bodens verfügen kann, während die Maulwürfe ihre Trinkbrunnen haben.

Bleibt eine Frage: Wie kommen die Maulwürfe wieder raus wenn der Mietzeitraum zu Ende ist?

Thomas Timmann zeigt die bei Geereking entwickelte Maulwurftränke.

An dieser Frage arbeitet zur Zeit Dirk Anbergen von Rolf Riedel Transport- und Montageservice. „Seit wir auf unserem Hof einen Verkaufsladen für Motorgartengeräte haben, bieten wir für den Kunden für alles eine Lösung.“ Zusammen mit einem großen Motorgartengerätehersteller arbeitet Anbergen zur Zeit an der Entwicklung des Maulwurfsaugers. Dieser wird einfach über ein Rohr am Ausgang eines Maulwurfhügels angeschlossen und saugt die Maulwürfe aus ihrem Gangsystem in einen durchsichtigen Behälter. Ein erster Prototyp ist bereits auf dem Hitscherberger Hof zur Maulwurfernte im Betrieb. Auch Rüdiger Timmann freut sich bereits auf die Serienreife: „Wir können nach Mietende die Maulwürfe beim Kunden ganz einfach wieder einsammeln. Für den Kunden bietet dies auch noch einen finanziellen Vorteil Während der Mietdauer haben sich die Maulwürfe in der Regel weiter vermehrt. Der Kunde bekommt für die eingesammelten Maulwürfe 5€ pro Alttier und 10€ pro Neutier Erstattet.“ Aus den 79€ Mietkosten kann so schnell ein zusätzliches Einkommen werden.

Zur Beantwortung eventuell entstandener Fragen beim lesen dieses Artikels, beachten Sie bitte oben das Datum der Veröffentlichung! 😉

Dirk Anbergen führt den Prototyp des Maulwurfsaugers vor.